La La Land

Für einen kurzen Moment begibt sich La La Land in Meta-Dimensionen: Mia (Emma Stone) plant, eine One-Woman-Show für Theater zu schreiben, sorgt sich aber um die möglichen Reaktionen des Publikums: Ob es zum Beispiel nicht zu nostalgisch sei? Sebastians (Ryan Gosling) lapidare Antwort: „Scheiß drauf.“

Von Anfang an macht der Film keinen Hehl darum, eine eigene Realität aufzubauen: eine Realität, in der sich iPhone und Jazz die Hände reichen, in der man stolz behaupten kann, man hätte in Cinemascope gedreht und – vor allem – in der man die Stadt der Sterne fragen kann, ob sie denn heute für einen scheinen werde. Es ist eine Welt der Widersprüche zwischen damals und heute, eine Welt der Tölpel, die träumen, eine Welt, in der der Jazz seine verdiente Wiedergeburt erlebt, kurz: eine Welt, die vor allem den Ansprüchen des Machers gerecht wird, denn das Credo wurde ja vom Film selbst ausgesprochen: Scheiß drauf.

So kann der Film mit einer einnehmenden Offenheit den Träumern und Romantikern huldigen und schafft damit zugleich ein Plädoyer für eben diesen Idealismus, denn La La Land ist nicht bloß ein Film, der sich vor seinen Vorbildern verbeugen will, sondern vor allem ein Film, der dem Zuschauer vermitteln will, was diese Vorbilder auszeichnete: der Glaube an eine Welt, in der man offen seinen Romantismus leben und nach den Sternen greifen kann. Vielleicht will Damien Chazelle vor allem eines: dass wir aufhören, die Werte von La La Land und seinen Vorbildern als naiv anzusehen. Denn am Ende überwiegt doch vor allem eines: die Wertschätzung für the fools who dream. Denn was wären wir ohne unsere scheinbar so naiven Träume?

Daniel

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