Dogville

Natürlich wäre es in dem Wissen, das Dorf Dogville als symbolisches Amerika einordnen zu können, naheliegend, die Rolle der Grace unter Zwang zu körperlicher Arbeit für Mindestlohn sowie unter entgegenschlagender Anfeindung als die des Einwanderers in den Vereinigten Staaten zu sehen, jedoch stellt das Anwenden einer derartigen Metapher bereits eine zu große Distanz zum Geschehen her. Eine Distanz, welche die Möglichkeit gibt, sich in der Gewissheit, hier etwas politisch Relevantes gesehen zu haben, zurückzulehnen; dabei aber an der zutiefst persönlich offenbarenden Wirkung, die Dogville bietet, vorbeizuarbeiten. Weiterlesen

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Chasing Amy

Dwight Ewell hält eine Rede gegen Rassismus in der Nerdkultur. Als er auf Widerspruch stößt, holt er kurzerhand eine Knarre hervor und läuft Amok – Alles nur Show, wie sich herausstellt, zur Vermarktung seines „White Hatin‘ Coon“-Comics. Kevin Smith bringt sein mehr als verzerrtes Weltbild bereits in den ersten 10 Minuten auf den Punkt: Das Ankämpfen gegen Unterdrückung ist natürlich nie ernstgemeint und muss ins Lächerliche gezogen werden, anscheinend weil es sowas wie Unterdrückung wohl gar nicht gibt. Natürlich würde man den Sachverhalt mit der Behauptung über Smith, diese gänzlich zu verleugnen, dann doch wieder nicht exakt treffen, handelt es sich bei Chasing Amy doch eigentlich um nichts anderes als eine lächerliche, wutbürgerliche Empörung über etwas, das Smith vermutlich unter dem Begriff „Unterdrückung“ zu verstehen scheint: Weiterlesen

Doctor Strange

Mal wieder wird ein neuer Charakter eingeführt, mal wieder wäre in einem losgelösten Umfeld die Möglichkeit zumindest vorhanden, frischen Wind in das Franchise der immerwährenden Einheitlichkeit zu bringen, mal wieder wurde genau das von überall prognostiziert – und das obwohl sich schon seit Jahren jegliche in diese Richtung gehenden Eindrücke bei Marvel-Filmen wieder und wieder als trügerisch herausgestellt haben. Wer soll den Job übernehmen? Weiterlesen

The Terminator

Es gibt kaum einen Text zu diesem Film, in welchem nicht irgendwo beiläufig erwähnt wird, dass er Kritik am Fortschritt äußere, den Konflikt zwischen dem menschlichen Schöpfer und dessen maschineller Schöpfung behandle oder zu sonst irgendeiner in diese Richtung gehenden Ebene einen Beitrag leiste. Genauso gibt es aber kaum einem Text, aus dem hervorgeht, inwiefern er das denn tue (Obwohl sich durchaus einiges zu dem Thema anbringen ließe) und vor allem, was daran denn überhaupt so interessant sein soll. Letzten Endes bleibt dieser Umstand wohl in den meisten Fällen nichts weiter als der Versuch, die Qualität dieses Films möglichst anhand irgendeines beliebigen Subtextes begründen zu können, was er jedoch gar nicht nötig hat. Denn Terminator leistet auf rein emotionaler Ebene eine Meiterleistung, anhand welcher Cameron bereits sein späteres Jahrhundertwerk Titanic vorwegnimmt. Weiterlesen

Titanic

Als wohl nervigste Hype, den die Filmgeschichte je hervorgebracht hat, ließe sich der um Titanic bezeichnen. Nicht weil er ungerechtfertigt wäre -denn das ist er nicht-, auch nicht weil er zu sehr großen Teilen aus den völlig falschen Begründungen hervorgerufen wurde -denn das trifft auf so gut wie jeden Hype zu-, nein, der Grund für die unsagbare Unerträglichkeit dieses Hypes ist ein ganz anderer; Weiterlesen